THE GOURMAND

Issue 10
Foodkultur


SFr.18.00 Sold Out

Wer etwas über eine Kultur lernen will, sollte auf die Teller schauen. Nationalgerichte sind die Rezepte zur Kultur eines Landes. Die Eleganz und Einfachheit eines Sushigerichts, die Nährstoffe einer Tortilla, das einfache, bodenständige Fondue und der Klumpen im Bauch sagen oftmals mehr über die Geschichte und Kultur eines Landes aus als so manches sozioethnotheoretische Essay.

Das stimmt offenbar nicht nur für Länder, sondern auch für Künstler und Kreative. Wie Marina Tweed und Dave Lane, die Macher von «The Gourmand», herausfanden, ist es oft einfacher, einen Musiker auf einen Hamburger einzuladen und darüber zu reden, als ihn zu fragen, ob er vorbeischauen und über sein neues Album reden will. Treffenderweise geht die Geburtsstunde des Magazins selbst auf ein Dinner zurück.

Menschen über Essen auszufragen, ist zwar einfach — Essen ist universell, jeder hat eine Meinung. Aber die wenigsten davon sind interessant und eloquent genug, abgedruckt und von anderen gelesen zu werden. Selbst in Zeiten von Hardcorefoodies, Smoothiebars und Espressoseminaren. Die «Gourmand»-Autoren scheinen das zu wissen und schauen weit über den Tellerrand hinaus. Sie kombinieren in ihrem halbjährlich erscheinenden Heft in englischer Sprache Hundemodeschauen mit farblich angepassten Hotdogs. Sie schreiben über exotische Techniken zur Alkoholaufnahme zum Selberexperimentieren (Augentropfen, anyone?). Sie besuchen Sake-Brauereien in Japan, philosophieren mit Massimo Bottura in Italien und diskutieren die moderne Küchenarchitektur — immer eingebettet in mustergültige Fotografien, Illustrationen und Grafiken. Inzwischen designen die beiden Gründer sogar Restaurants.

Und natürlich wird im Heft auch gekocht, gegessen und mit Künstlern über ihr neustes Album oder ihre aktuelle Ausstellung gequatscht. «The Gourmand» ist weit mehr als Essen, und es ist weit mehr als ein schönes Magazin. «Wir wollten etwas schaffen, bei dem du sagst: Mein Gott, was ist das? Da will ich meinen Finger reinstecken», sagt Dave Lane. Na dann: Finger rein und guten Leseappetit!

Sprache: Englisch

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