PUT A EGG ON IT

Issue 13
Impro in der Küche


SFr.12.00

PUT A EGG ON IT ist ein Zine — die Art von Publikation, die in den 90ern populär, mit der Tumblr-Generation aber längerfristig selbst vom WWF nicht mehr vom Aussterben bewahrt werden kann. Obviously, it’s from New York. Der Titel ist eine Anspielung an den Glauben, dass jedes Restengericht aufgewertet wird, indem man einfach ein Ei drüberschlägt (wenn zweifelst: versuch‘s). Wir haben die Logik hinter der Weigerung, „AN EGG“ im Titel zu binden nicht erkannt. Aber wahrscheinlich ist sie durchdacht. Es ist ein raues Foodporn-Magazin — nicht Betty Bossi oder Michelin-gekrönte Cuisine, sondern improvisierte Menüs in der WG-Küche.

Keine Frage: PAEOI ist das Uberhipster-Magazin. Und wenn wir «Hipster» sagen, meinen wir nicht die Corporate-Ad-Version von Totebags, gepflegten Rasuren und Hindu-Tattoos. Wir meinen die rohe, authentische, Sorry-I’m-not-sorry Trashform der In-Your-Face Counterculture. Das ist nicht ein positives Votum, zumindest nicht für jedermann; tatsächlich ist das Zine für eine grosse Zürcher Mehrheit wohl zu abgefahren, um etwas damit anfangen zu können. Der Hipsterismus auf den PAEOI-Seiten kann Züge annehmen, dass einem die Pupillen in die Augenhöhlen wegdrehen.

Das Material ist von einem anderen Planeten; wir mussten das Magazin in dosierten Portionen runterschlucken und Verdauungspausen mit unseren eigenen Episoden konventionellen Lebens einlegen. Wer kommt schon auf die Idee, einen Mandel-Datteln-Vanille-Meersalz-Espresso zu verkaufen? Und wer ist verrückt genug, das auch zu trinken? Wer bestellt die Manja Schokoriegel und das Dutch Birch Beer aus Pennsylvania?

Wir jedenfalls nicht, aber wir haben mitgelesen. Denn hinter all der Alternativ-Coolness kommt etwas anderes hervor: Gerichte und Geschichten, die hungrig machen. Nicht die fotogen-sterile Schi-Schi-Küche, an dessen Portionen man sich zu Tode hungern kann oder die Kriegsverbrechen, die einem in Lowbudget-Kantinen auf das Tablett geklatscht werden. Sondern Menus, für die Hobbyköche ganze Tage investieren, um ihren Freunden ein Festmahl auf den Teller zu zaubern. Kurlige, handgemachte Snacks aus Japan. Produkte, die wir seit unserer Kindheit nicht mehr gesehen haben. Essbare Herzinfarkte mit Rahm über allem und Zutaten, für die wir Google Translate verwenden müssen.

Sprache: Englisch

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