BROWNBOOK

Issue 62
Middle East Urbanism


SFr.26.00

Wer gut verdient, viel unterwegs ist und seine Garderobe sorgfältig pflegt, denkt bei Magazinen schnell an Tyler Brûlés «Monocle». Wer «Monocle» mag, wird «Brownbook» lieben: Das Design- und Travelmagazin hat nämlich den gleich hohen Anspruch an Layout und Inhalt wie das Magazin des Kanadiers, der 2002 das Markendesign der Fluggesellschaft Swiss kreierte. Es hat ein Zwillingsbruderpaar an der Spitze, deren Kleiderstil und Flugmeilen alle weit hinter sich lassen. Und mit dem «Brownbook»-Epizentrum in Dubai verspricht das Magazin viel Neuland und Abenteuer für jene, die sich an London, New York und Tokio satt gekaut haben.

Klar, der pawlowsche Reflex auf die Emirate «bellt» immer gleich nach Shoppingmalls und Inseln mit merkwürdig künstlichen Silhouetten. Wer «Brownbook» in diese Schublade steckt, hat sich nicht einmal die Mühe gemacht, das Magazin nach seinem Cover zu beurteilen — geschweige denn nach dem Inhalt. Rashid bin Shabib und sein Zwillingsbruder Ahmed haben ihr «Brownbook» vor zehn Jahren ins Leben gerufen. Beide kennen Dubai noch aus den Tagen, als es ein Fischerdorf war, und die Rekordwolkenkratzer und die Bling-Bling-Welt sind den Brüdern fremd. Sie bezeichnen ihre Arbeit als «cultural engineering» – sie unterstützen Bildungsprojekte, gestalten Expopavillons, diskutieren über Urbanismus.

«Brownbook» ist ihr Instrument, um unser verkrustetes Bild des Nahen Ostens aufzubrechen. Das Magazin steckt den Leser mit einem positiven Geisteszustand an, der einem bei der üblichen Nahostthematik fremd ist. Es öffnet Hintertüren und zeigt die Skikultur in Marokko, Oscar-Niemeyer-Bauten in Algerien oder das wieder auferstehende Baghdad. Es folgt den Emirati nach London und den Libanesen nach Brasilien. Es ist eine Schatztruhe von Geschichten einer Region, die weit mehr bietet als Irakkrieg, Opec und Palästinakonflikt. Wir von Print Matters! nahmen das Magazin in unsere erste Abolieferung — seither sind die neuen Ausgaben jeweils innert Wochenfrist ausverkauft. Nicht mal mehr Rashid bin Shabib hat ein Exemplar bekommen, als er kürzlich in Zürich vorbeikam.

In dieser Ausgabe: Die brutalistische Architektur Tehrans.

Sprache: Englisch

Zurück zur Startseite